Menschenzoo
Hast du dich schon jemals gefragt welches der älteste Zoo der Welt ist? Es müsste der Schönbrünn Zoo in Wien sein, der von Kaiserin Maria Theresa im Jahr 1752 gegründet wurde. Das heisst, der Zoo ist mehr als 250 Jahre alt! Zu Anfang wurden dort exotische Tiere in sehr kleinen Käfigen gefangen gehalten. Das hat sich mit dem Lauf der Zeit geändert, und mittlerweile haben Zoos ein spezielles Aufzuchtsprogramm, das das zum Schutz vom Aussterben bedrohter Spezies beitragen soll. Aber vor nicht all zu langer Zeit existierten auch Menschenzoos. Natürlich wird diese Praktik heutzutage, und zu Recht, als vollkommen rassistisch, inhuman und respektlos angesehen. Aber vor ungefähr hundert Jahren, bezahlten Weiße dafür, die „wilden und unzivilisierten Negros“, hauptsächlich aus Afrika, sehen zu können.

Der früheste bekannte Fall ist der von Saarjite Baartman, die im Jahr 1810 an Bord eines englischen Schiffes in die USA reiste. Sie hatte einen sehr großen Hintern, eine Kondition die Steatopygie genannt wird und die eine genetische Charakteristik des Khoisan Stamms darstellt. Außerdem zählte sie mit sehr unüblich großen Lippen, und so wurde sie nackt in einem Käfig zur Schau gestellt. Sie musste stehen, laufen, sitzen, je nach dem, was ihr befohlen wurde, und die Menschen beschimpften sie mit Vulgaritäten. Nach ihrem Tod im Alter von 26 Jahren, wurden ihr Scham seziert und in einem französischen Museum ausgestellt.
Eine andere unfassbare Geschichte ist die des Oto Benga, einem Pygmäen, der 1904 von einem amerikanischen Forscher vom belgischen Kongo in die USA verschleppt wurde. Benga wurde in einem Affenhaus in den Bronx in einem Käfig, welches er mit einem Orang-Utan teilen musste, gefangen gehalten. Nach einiger Zeit wurde es ihm erlaubt frei im Zoo umherzuwandern. Die Besucher des Zoos behandelten ihn jedoch auf übelste Art und Weise, sie schubsten ihn, schrieen ihn an und drangsalierten ihn. Nachts schlief er weiterhin im Affenkäfig. 1906 konnte er den Zoo verlassen, schaffte es aber nicht wieder zurück in seine Heimat und beging schließlich Selbstmord.
Der bekannteste Menschenhändler war ein Mann Namens Carl Hagenbeck. Im Jahr 1876 gab er den Auftrag, in Ägypten Nubianer einzufangen, die einem ethnischem Stamm angehörten, der für seine sehr dunkle Haut bekannt war. Sie wurden in Paris, Berlin und London ausgestellt. Mit seinem menschenverachtenden Unterfangen war Hagenbeck so erfolgreich, dass er 1881 dasselbe mit den Kawesqar Indianern aus Chile machte: nämlich sie schlichtweg zu entführen. Dies war jedoch nicht sein Vorgehen mit Abraham Ulrikab. Dieser Inuit von der Insel Labrador willigte ein mit nach Europa zu kommen, weil ihm nicht nur Geld, sondern auch die Hilfe bei einem wissenschaftlichen Projekt versprochen wurde. Schnell wurde ihm klar, dass er einen großen Fehler begangen hatte und dass man ihn aufs Übelste betrogen hatte. Er und seine Familie wurden in Berlin in einem Zoo zur Schau gestellt, sein Neffe Tobias wurde regelmäßig verpeitscht, und innerhalb von 5 Monaten starben alle Familienmitglieder an Pocken.
Selbst Weltaustellungen waren eine gute Ausrede für “zivilisierte” Länder, um die Einwohner ihrer Kolonien vorzuführen. Im Jahr 1897, ließ der belgische König Leopold II drei Kongolesische Dörfer in Tervuren errichten, in denen mehr als 200 Menschen von verschiedenen Stämmen „leben“ mussten. Dort mussten sie zwei Monate, mit nichts weiter als Grasröcken bekleidet, ausharren. Viele starben an Lungenentzündungen und Tuberkulose. Die Besucher hingegen, liebten diese künstlichen Dörfer, manche warfen sogar Bananen über die Absperrungen, so als ob sie Vögeln Brotkrumen zuwerfen würden.
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Dasselbe passierte in Amsterdam in den Niederlanden, wo 1883 ein Javanerisches Dorf und 1889 in Paris ein Senegalesisches Dorf erbaut wurden.
Es ist sehr schwierig sich diese Praktiken heutzutage auszumalen und zu verstehen. Aber vor einem Jahrhundert dachten die Weißen sie gehörten einer überlegenen Rasse an. Erfreulicherweise kann man heutzutage keine Menschen mehr in Zoos ausgestellt sehen. Für die Tiere im Zoo haben sich die Haltungsbedingungen zusehends verbessert. Und obschon es nach wie vor ein großes Streitthema ist, ob Zoos nicht verboten werden sollten, bin ich mir sicher, dass du einige sehr positive Erinnerungen an deine Zoobesuche hast, als du noch ein Kind warst und dich an den Moment erinnerst, an dem du zum ersten Mal in deinem Leben einen echten Elephant, oder Giraffe sahst…
Wenn du nach Wien reist und kleine Kinder hast, oder dich selbst wie ein kleines Kind fühlen möchtest, solltest du den ältesten Zoo der Welt, den Tierpark Schönbrünn besuchen. Miete ein Appartment in Wien, und genieße deinen Aufenthalt in dieser wunderbaren österreichischen Stadt.






